Wie wird die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) bei AAG für Lohnfortzahlung krank berechnet?
Berechnung der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) bei AAG-Erstattung für Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
Worum geht es?
Das Aufwendungsausgleichsgesetz (AAG) regelt, dass Krankenkassen Arbeitgebern einen Teil der Lohnfortzahlung erstatten, die sie bei Krankheit eines Mitarbeiters leisten. Diese Erstattung wird auch als Umlage 1 (U1) bezeichnet.
In bestimmten Fällen begrenzen Krankenkassen per Satzungsregelung den erstattungsfähigen Betrag auf die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) der allgemeinen Rentenversicherung. Die BBG ist die Einkommensobergrenze, bis zu der Sozialversicherungsbeiträge berechnet werden. Verdient ein Mitarbeiter mehr als die BBG, wird der erstattungsfähige Betrag entsprechend gekürzt.
AAG-Erstattungsanträge im Programm
Bei Firmen, die zur Umlage 1 (U1) verpflichtet sind, erstellt das Programm den AAG-Erstattungsantrag automatisch nach Erstellung und Druck der Abrechnung. Sie finden die Anträge unter:
Export/Versand > Krankenkasse > Ausgang > Erstattungsanträge AAG
Grundsatz der Berechnung
Wenn das Arbeitsentgelt eines Mitarbeiters die BBG übersteigt, muss das erstattungsfähige Entgelt nach § 22 Abs. 2 Satz 1 SGB IV anteilig berechnet werden. Das bedeutet:
Das tatsächlich erzielte Arbeitsentgelt und die Entgeltfortzahlung werden im Verhältnis zueinander so gekürzt, dass sie zusammen höchstens die BBG erreichen.
Eine einfache Umrechnung auf Kalendertage (z. B. 1/30 der monatlichen BBG pro Krankheitstag) findet nicht statt – unabhängig davon, ob die Entgeltfortzahlung nach Arbeits-, Werk-, Kalendertagen oder Stunden berechnet wird.
Rechenbeispiel
Ausgangsdaten (Beispielwerte aus 2026)
Monatliche BBG der allgemeinen Rentenversicherung: 8.450,00 €
Arbeitsentgelt im betreffenden Monat: 9.720,00 €
Arbeitstage im Monat: 21 Tage
Krankheitsbedingter Arbeitsausfall: 5 Arbeitstage
Erstattungssatz der Krankenkasse: 80 % (Arbeitgeberbeitragsanteile sind darin abgegolten)
Schritt-für-Schritt-Berechnung
Entgeltfortzahlung berechnen:
Monatsentgelt ÷ Arbeitstage im Monat × Krankheitstage
9.720,00 € ÷ 21 Tage × 5 Tage = 2.314,29 €Berücksichtigungsfähiges Arbeitsentgelt ermitteln (verhältnismäßige Kürzung auf BBG):
Entgeltfortzahlung × BBG ÷ tatsächliches Monatsentgelt
2.314,29 € × 8.450,00 € ÷ 9.720,00 € = 2.011,91 €Erstattungsfähigen Betrag berechnen:
Berücksichtigungsfähiges Entgelt × Erstattungssatz
2.011,91 € × 80 % = 1.609,53 €
Wichtiger Hinweis: Keine kalendertägliche Begrenzung
Eine Kürzung des berücksichtigungsfähigen Arbeitsentgelts auf einen kalendertäglichen Anteil der BBG ist nicht zulässig. Im obigen Beispiel würde eine solche (fehlerhafte) Berechnung nur 5/30 der monatlichen BBG ergeben:
5/30 × 8.450,00 € = 1.408,33 € – dieser Wert darf nicht als Obergrenze herangezogen werden.
Stattdessen ist immer die verhältnismäßige Kürzung gemäß § 22 Abs. 2 Satz 1 SGB IV anzuwenden, wie im Rechenbeispiel dargestellt. Im Beispiel beträgt das berücksichtigungsfähige Arbeitsentgelt daher korrekt 1.609,53 € (und nicht nur 1.408,33 €).